{"id":1053,"date":"2017-01-05T22:12:44","date_gmt":"2017-01-05T21:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/?p=1053"},"modified":"2023-09-24T19:02:59","modified_gmt":"2023-09-24T17:02:59","slug":"wlan-probleme-erkennen-und-beseitigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/2017\/01\/05\/wlan-probleme-erkennen-und-beseitigen\/","title":{"rendered":"WLAN-Probleme erkennen und beseitigen"},"content":{"rendered":"<p>Aus aktuellem Anlass schreibe ich hier einmal etwas zu g\u00e4ngigen WLAN\/WiFi-Problemen &#8212; wie erkenne ich sie, und wie beseitige ich sie.<\/p>\n<p>(Der aktuelle Anlass ist, dass hier bei uns im Ort endlich die lang ersehnten Aktivierungen unserer Glasfaser\/FTTH-Anschl\u00fcsse von &#8220;Deutsche Glasfaser&#8221; erfolgt sind. Daher h\u00e4ufen sich diese Fragen bei mir und anderen Mitgliedern unserer B\u00fcrgerinitiative.)<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ein bisschen Grundlagenwissen, (hoffentlich) so erkl\u00e4rt dass es auch Menschen verstehen k\u00f6nnen, die nicht Elektrotechnik studiert haben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>WLAN ist ein &#8220;shared medium&#8221;, ein &#8220;geteiltes (\u00dcbertragungs-) Medium&#8221;, d. h. die maximal erreichbare Geschwindigkeit wird zwischen allen Teilnehmern eines WLANs aufgeteilt. F\u00fchrt also gerade eine Station im Netz einen gro\u00dfen Download mit hoher Geschwindigkeit durch, dann werden die anderen Stationen im Netz entsprechend ausgebremst.<\/p>\n<p>WLAN kann auf zwei Frequenz&#8221;b\u00e4ndern&#8221; stattfinden, dem &#8220;alten&#8221; 2,4 GHz-Band und dem (relativ) neuen 5 GHz-Band. Client (also Laptop, Handy&#8230;) und Router (Access Point) m\u00fcssen jeweils beide das 5 GHz-Band beherrschen, damit dieses benutzt werden kann (Stichworte sind 802.11a oder 802.11ac, bei 802.11n kann es sich sowohl um 2,4 als auch 5 GHz handeln). Als &#8220;Access Point&#8221; bezeichnet man das WLAN-Radio in einem Router, es gibt auch separate Access Points, die nur der Koppelung von drahtlosen Stationen an ein drahtgebundenes LAN dienen.<\/p>\n<p>Auf Grund seiner hohen Frequenzen ist das 5 GHz-Band &#8220;kurzwelliger&#8221;, dadurch ist seine Reichweite gegen\u00fcber dem 2,4 GHz-Band begrenzt (es durchdringt nicht so leicht Decken und W\u00e4nde), was durchaus gewisse Vorteile hat, doch dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Die gesamten 2,4 bzw. 5 GHz-B\u00e4nder werden in so genannte &#8220;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wireless_Local_Area_Network#Frequenzen_und_Kan.C3.A4le\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kan\u00e4le<\/a>&#8221; aufgeteilt, damit sich mehrere Betreiber eines WLANs nicht &#8220;ins Gehege kommen&#8221; und jeweils einen eigenen Kanal zum \u00dcbertragen haben. In eng besiedelten Gegenden, z. B. in Innenstadtbereichen, aber auch durchaus hier bei uns im Neubaugebiet, kommt es oft vor, dass sich Kan\u00e4le \u00fcberlappen. Dies ist unbedingt zu vermeiden, weil dies die \u00dcbertragungsrate f\u00fcr alle(!) beteiligten WLANs reduziert.<\/p>\n<p>Um festzustellen, ob diese Situation bei sich selbst vorliegt, sollte man ein Tool wie den kostenlosen <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=com.vrem.wifianalyzer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WiFiAnalyzer<\/a> benutzen. Im Bereich &#8220;Channel Graph&#8221; kann man dann einen Graphen wie den Folgenden sehen:<a href=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-213839-576x10241.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1058\" src=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-213839-576x10241-576x1024.png\" alt=\"screenshot_20170105-213839-576x1024\" width=\"474\" height=\"843\" srcset=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-213839-576x10241.png 576w, https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-213839-576x10241-84x150.png 84w, https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-213839-576x10241-169x300.png 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was sagt uns jetzt dieser Graph? Zum einen sehen wir oben in blau, dass hier das 2,4 GHz-Band betrachtet wird (man kann dort auch auf das 5 GHz-Band umschalten, um dieses zu betrachten). Unten sieht man die Kan\u00e4le im 2,4 GHz-Band, in Deutschland sind 1-13 erlaubt.<\/p>\n<p>(An dieser Stelle die dringende Warnung, keine verbotenen Kan\u00e4le zu benutzen. Dies kann St\u00f6rungen verursachen. Der Verursacher haftet f\u00fcr alle entstehenden Kosten, das kann schnell in die Tausende Euro gehen, plus eine empfindliche Geldbu\u00dfe nach sich ziehen!)<\/p>\n<p>Die einzelnen farbigen, mehr oder weniger &#8220;hohen&#8221; Buckel sind die Frequenzb\u00e4nder, die die einzelnen WLANs belegen. Wie bereits gesagt sollten sich diese idealerweise nicht \u00fcberlappen. Die &#8220;H\u00f6he&#8221; der Buckel zeigen die Signalst\u00e4rke an. Je h\u00f6her der Buckel, desto st\u00e4rker das Signal. Wenn das eigene WLAN von einem oder mehreren fremden WLAN(s) \u00fcberlappt wird, dann ist der Einfluss umso geringer, je schw\u00e4cher das oder die fremde(n) WLAN(s) ist\/sind.<\/p>\n<p>Idealerweise spricht man sich als Nachbarn gegenseitig ab, wer welchen Kanal belegt, damit eben nicht solche \u00dcberlappungen zu Stande kommen. Der Bereich &#8220;Access Points&#8221; in der oben empfohlenen Android-App ist hier sehr hilfreich. Wenn man sich auf der eigenen Stra\u00dfe bewegt, kann man an der Signalst\u00e4rke relativ schnell erkennen, wo welches WLAN &#8220;zu Hause ist&#8221;.<\/p>\n<p>Ein Access Point benutzt zu jedem Zeitpunkt nur einen bestimmten Kanal (bzw. mehrere Kan\u00e4le geb\u00fcndelt, um den Durchsatz zu erh\u00f6hen). Viele Access Points sind ab Werk so eingestellt, dass sie sich automatisch den &#8220;besten&#8221; Kanal suchen. Ich pers\u00f6nlich rate dazu, den eigenen Access Point fest auf einen bestimmten Kanal einzustellen und diesen mit den Nachbarn zu koordinieren, um besagte \u00dcberlappung zu verhindern.<\/p>\n<p>Eine weitere Einstellung sollte auch nach M\u00f6glichkeit modifiziert werden. Viele Access Points erlauben die Einstellung der Sendeleistung. Diese sollte m\u00f6glichst konservativ gew\u00e4hlt werden derart, dass der Access Point die eigenen Ger\u00e4te gerade noch gut erreicht, jedoch nicht viel weiter sendet. Sonst kommt eben die erw\u00e4hnte \u00dcberlappung zu Stande, die man gerne vermeiden m\u00f6chte. Access Points, die so eine \u00dcberlappung feststellen, k\u00f6nnen dann durchaus ihre Sendeleistung (in vorgegebenem Rahmen) erh\u00f6hen, um den anderen zu &#8220;\u00fcbert\u00f6nen&#8221;. Dies geschieht, damit wieder ein gewisser &#8220;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Signal-Rausch-Verh%C3%A4ltnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Signal-Rauschabstand<\/a>&#8221; gew\u00e4hrleistet ist, um das (eigene) Signal vom &#8220;Rauschen&#8221; (dem Fremdsignal) sauber trennen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um \u00dcberlappungen zu reduzieren oder zu vermeiden kann man auch die Kanalbreite reduzieren. In dem obigen Screenshot sieht man haupts\u00e4chlich WLANs, die eine Kanalbreite von 20 MHz benutzen. Wie bereits kurz erw\u00e4hnt kann man die Kanalbreite erh\u00f6hen, um einen gr\u00f6\u00dferen Durchsatz zu erzielen. Das rote WLAN im obigen Diagramm benutzt eine Kanalbreite von 40 MHz. Dadurch kommen entsprechend viele \u00dcberlappungen zu Stande.<\/p>\n<p>Reduziert man die Kanalbreite, so vermeidet man ggf. eine \u00dcberlappung vollst\u00e4ndig oder reduziert zumindest die Anzahl der \u00fcberlappenden Netze. Obwohl dadurch die (unter Idealbedingungen) maximal erzielbare Kanalbreite reduziert wird, wird man wahrscheinlich in der Praxis feststellen, dass der Betrieb nun wesentlich stabiler ist und die Transferraten wom\u00f6glich h\u00f6her sind als vorher!<\/p>\n<p>Alternativ, und das ist meine dringendste Empfehlung, kann man auf das 5 GHz-Band ausweichen. Wenn alle eigenen Ger\u00e4te dieses unterst\u00fctzen, dann empfehle ich, das 2.4 GHz-Band komplett abzuschalten. Dies kommt auch einem Bluetooth-Betrieb zu Gute, der auf einem \u00e4hnlichen Frequenzbereich stattfindet. Das 5 GHz-Band bietet deutlich h\u00f6here Transferraten und den zus\u00e4tzlichen Vorteil, dass es nicht so &#8220;\u00fcberlaufen&#8221; ist wie das 2,4 GHz-Band. Dies ist zum einen der geringeren Verbreitung geschuldet, zum anderen aber auch der deutlich geringeren Durchdringung und damit Reichweite der 5 GHz-Wellen.<\/p>\n<p>Hier noch einmal ein Screenshot von meiner eigenen Situation, diesmal im 5 GHz-Band:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1064\" src=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020-576x1024.png\" alt=\"screenshot_20170105-223020\" width=\"474\" height=\"843\" srcset=\"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020-576x1024.png 576w, https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020-84x150.png 84w, https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020-169x300.png 169w, https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Screenshot_20170105-223020.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a>Man sieht, dass bei mir \u00fcberhaupt nur zwei Netze im 5 GHz-Band sichtbar sind. Mein eigenes (welches man an Hand der Signalst\u00e4rke sehr einfach identifizieren kann) und ein fremdes. Der Signal-Rauschabstand zwischen diesen beiden Netzen ist jedoch so gro\u00df, dass das Fremdnetz quasi nicht st\u00f6rt. Ich erreiche hier Transferraten von mehr als 200 MBit\/s in beide Richtungen (beim Senden und beim Empfangen) mit Stationen, die das unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>So, das soll es gewesen sein. Ich hoffe, dieser Blog-Post nutzt dem einen oder dem anderen. Ich w\u00fcrde mich in diesem Fall \u00fcber einen Kommentar hier in meinem Blog sehr freuen. Fragen werde ich gerne beantworten. Sollte ich etwas vergessen haben, werde ich den Post noch entsprechend erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Viel Erfolg beim Optimieren Eurer WLANs!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WLAN-Probleme erkennen und beseitigen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[58,12,84,134],"tags":[238,237],"class_list":["post-1053","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-communications","category-deutsch","category-networking-computers","category-routers","tag-wifi","tag-wlan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1053"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1053\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1822,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1053\/revisions\/1822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bergs.biz\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}