Zerlegen und Reparatur von Gigaset-Mobilteilen

Zum Öffnen des Gigaset 2000C-Mobilteils habe ich einen Schraubendreher mit flacher, mittelgroßer Klinge verwendet. Angefangen habe ich am oberen Drittel des Mobilteils, und zwar habe ich den Schraubendreher außen vorsichtig in die Fuge gesetzt und dann die Klinge vorsichtig verdreht und dabei hebelartige Bewegungen ausgeführt, so daß die Gehäuseschalen "auseinandergehebelt" wurden.

Nachdem eine Nase "ausgerastet" war, habe ich die Gehäuseschalen von Hand gegeneinander zu verschieben versucht und dies mit Hebelbewegungen des Schraubendrehers unterstützt, so daß sich schließlich auch die anderen Schnappverbindungen lösten.

Man sollte niemals mit roher Gewalt an die Sache rangehen, da das ABS-Gehäuse sonst brechen/reißen kann.

Hier ist eine Ansicht der beiden Gehäuseschalen. Die Positionen der "Nasen" bzw. Laschen sind markiert, so daß ein gezieltes Ansetzen des Schraubendrehers leicht möglich sein sollte. Zur Verdeutlichung gibt es hier nochmal ein Bild der Frontschale von innen.

Wenn man es geschafft hat, das Mobilteil zu öffnen, dann bietet sich einem dieses Bild.

Hier nochmal die Einzelteile: Tastaturmatte, Hörkapsel, Platine.

Falls jemand ein defektes Gigaset 2000-Mobilteil "Standard" oder "Comfort" hat, dann wäre ich sehr dankbar, wenn sie oder er mir -- nach Absprache -- die Hörkapsel schicken könnte. Selbstverständlich trage ich die Versandkosten.

Update: Dank der freundlichen Hilfe eines ungenannten Siemens-Mitarbeiters (ich will nicht, daß er Ärger kriegt) ist das Mobilteil seit eben wieder repariert, da selbiger mir eine Hörkapsel geschickt sowie einen wertvollen Tip zum Zusammenbau gegeben hat. Der Zusammenbau hat dadurch nur 30 Sekunden gedauert und war völlig problemlos. Natürlich will ich Euch diesen Tip nicht vorenthalten:

Man legt die Oberschale mit dem "Gesicht" nach unten auf den Tisch. Dann setzt man die Hörkapsel ein. Nun setzt man die Platine mit "montierter" Tastaturmatte in die Oberschale ein. Bevor man nun die Rückenschale aufsetzen kann, muß noch der Wecker auf die Halterungen auf dem Abschirmblech auf der Rückseite der Platine gesteckt werden, sofern man ihn abgenommen hat. Schließlich legt man die Rückenschale auf die immer noch auf dem "Gesicht" liegende Unterschale mit eingesetzter Platine und drückt sie vorsichtig und gleichmäßig zu.

Öffnen des Mobilteils "Gigaset 3000 Comfort"

Hier ist eine Anleitung von Clemens Kühner, wie das 3000er Mobilteil zu öffnen ist:

Mit Hilfe Ihrer Anleitung für das 2000er habe ich das Mobilteil Gigaset 3000 Comfort auch öffnen können. Die Gehäuse unterscheiden sich nur unwesentlich.

Im oberen Drittel befinden sich links und rechts, wie auch beim 2000er zwei Öffnungen. Hier habe ich zwei Schrauben mit dem max. möglichen Durchmesser mit Hilfe einer kleinen Wasserpumpenzange jeweils ca. 1mm (Bruchgefahr der Laschen bei tieferem Eindringen!) vorsichtig eingedrückt und dann den Schraubendreher unterhalb angesetzt. Anschließend habe ich mich dann nach unten vorgearbeitet. Die Laschen der Gehäuse unterscheiden sich nur wie folgt:

Update v. 15.09.2002: Thomas Henkensiefken teilt mit, dass sich der Miniatur-Lautsprecher BL28 der Firma Reichelt perfekt als Austausch für eine defekte Original-Hörkapsel eignet.

Update v. 17.06.2003: Peter aus Köln teilt am 17.06.2003 mit:

Ich habe als Ersatz für ein defektes Mikrofon die Pollin-Bestellnummer 660109 genommen. Funktioniert super.
Pollin ist zwar ein Restposten-Händler, aber besagtes Mikrofon habe ich auch in einem schon zwei Jahre alten Katalog gefunden, es scheint also längerfristig lieferbar zu sein.

Update v. 29.07.2003: Werner Kröll gibt folgenden Tipp:

Mein Gigaset 2000C ließ sich nicht mehr laden. Wenn der Akku (neu) voll war, (extern geladen) und auf der Ladestation lag, leuchtete die grüne LED-Ladekontrolle nicht, auch nach mehrmaligem Aus- und Einsetzen in die Basisstation. (Die Anzeige des Ladesymbols zeigte 1/3 voll an). Dies war absolut nicht O.K.

Nach der Messung der Akkuspannung mußte alles in Ordnung sein. Nach der Reparatur funktionierte alles wieder einwandfrei.
 
Hier meine Vorgehensweise:

Daß die Ladekontakte der sog. Defektverursacher ist, ist ohne Zweifel festgestellt. Festgelötet habe ich sie nicht, aber nachgebogen. Das hat auch geholfen. Damit die sowieso nicht benötigten "Head-Set-Kontakte" (in der Mitte des Mobilteils, unten) auch noch Mist machen, habe ich selbige entfernt, da sie nicht gebraucht werden.

Was noch ganz entscheidend war: Man muß unbedingt zwischen den Akku-Anschlußklemmen auf der Hauptplatine und der Ground-Abschirmung, (auf der der Piepser installiert ist) mit einem Isolierband für eine Isolation sorgen, da durch zu weit eingeschobene Akkus ein eventueller Kurzschluß nach Masse entstehen kann. Dies war bei mir der Fall. Bei voll aufgeladenen Akkus waren selbige nach 1 Tag restlos entladen (bei aufgelegtem Mobilteil in der Basisstation).

Updates v. 22.04.2006:

Matthias Frische gab am 22.05.2004 folgenden Tipp:

Lösung für Ladeproblem von älteren Gigasets Mobilteilen:

Wie äußert sich der Fehler: Gigaset wird auf die Ladeschale gelegt und die grüne LED geht nicht an. Gerät wird nicht geladen.

Das Problem ist der korrodierte Kontakt zwischen den kleinen Ladekontaktfedern und der Platine des Mobilteils. Auf der Platine sind am unteren Ende zwei mit Lötzinn bedeckte Kontaktflächen die von den vorgespannten kleinen Blechfedern berührt werden. Bei jahrelanger Benutzung bildet sich hier ein kleines Loch in der Zinnfläche und das darunter liegende Kupfer korrodiert bis kein Kontakt mehr da ist. Es hilft nichts... das Mobilteil muß zerlegt werden.

Abhilfe: Nach dem Zerlegen die verzinnten Kontaktflächen wieder blank schleifen (z.B. mit Nagelfeile)

Ein anonymer Einsender gab am 13.08.2004 folgenden Hinweis:

Danke für rep. Anleitung. Dadurch konnte ich mein Gigaset wieder zum Leben erwecken.

Nur die Demontage von oben fand ich nicht so ideal. Es lässt sich besser öffnen wenn man von unten anfängt. Mann beginnt mit dem aushängen der unteren Klammern die direkt hinter den beiden Kontakten sitzen.

Martin Groß aus Wiener Neustadt, Österreich, gab am 26.11.2004 folgenden Hinweis:

Bei meinem Gigaset 900 war das Mikrofon defekt.

Leider war es nicht einfach einen passenden Ersatzeil zu bekommen. Durch den Hinweis von Peter aus Köln habe ich die Elektret-Mikrofonkapsel WM 52-BT zu 0.35 €/Stück eingebaut und es funktioniert und passt tadellos!

Joachim ergänzte am 14.01.2005 folgendes:

Hallo, ich hätte da mal einen kleine hinweis zu folgendem auf eurer Homepage:
"Update v. 29.07.2003: Werner Kröll gibt folgenden Tipp"
 
Die Ladekontakte brauchen in der Regel nicht nachgebogen werden, es müssen nur dieKontaktfläschen gereinigt werden und ggf. neu verzinnen.
Der Akku wird im übrigen erst nach ein paar ladezyklen richtig angezeigt, ich glaube das steht sogar in der anleitung.
 
Die Akku-kontakte können nicht gegen den HF-Rahmen stossen da sie von der gehäuse rückseite in alle richtungen gehalten werden.
 
Wenn das Headset am ohr pfeift und kracht müssen die beiden kontakte gereinigt, die Kontaktfläsche genauso wie die Ladekontakte behandelt, werden.
Einer der Ladekontakte ist noch wichtig, das sieht man aber am Headset-adapter.Am adapter selber dürften keine Probleme entstehen, da die kontaktstifte angeblich selbstreinigend sind.

Andreas Katzensteiner aus Maria Enzersdorf, Österreich, teilte am 18.03.2005 das Folgende mit:

Hallo Herr Ralf Bergs.

Vielen Dank fuer die Erstellung dieser Seite!

Sie hat mir sehr geholfen!.  Die Reparutur meines defekten Gigaset 3000 C Handapparates hat sich dadurch sehr eleichtert.

Bei mir war die Hörkapsel defekt.  Die Info aus einem deiner Updates die Fa. Reichelt für einen neuen Lautsprecher hiefür zu kontaktieren , stellte sich für mich aus Österreich als nicht rentabel dar , da die Fa. Reichelt einen Mindestbetrag von € 100,-- für Auslandskunden vorschreibt.

Nach längerer Suche wurde ich bei der Fa. Distrelec fündig.  Die führt einen Miniatur-Lautsprecher   KDS-30008 (30mm , 8 Ohm) zu € 1,40 o.Mwst im Programm. Mit gelöteter Drahtverbindung  und Isolierband um Lautsprecher ( Spielvermeidung in der  Lautsprecherausnehmung im Gehaeuse und Isolation der Lötkontakte) funktioniert mein Handapparat sei 6 Wochen ohne Probleme.

Ein anonymer Beitrag erreichte mich am 01.08.2005:

Die Unterseite des Gehäuses im Bereich des Akkufaches in einen
Schraubstock spannen. Vorher einen feuchten Lappen zwischen die
Schraubstockbacken legen. Lappen, damit nichts zerkratzt wird, feucht,
damit das Teil nicht herausrutscht. Nun vorsichtig den Druck erhöhen und
mit einem flachen Gegenstand, ich habe eine Nagelfeile benutzt, im
rechten Winkel auf den Schlitz zwischen Ober- und Unterschale leicht
drücken. Dann springt das untere Teil des Gehäuses wie von selbst auf.

Genauso auch mit den Verschlüssen im mittleren Teil vorgehen.

Nur im oberen Teil funktioniert die Methode nicht, da hier Ösen
verwendet werden.

Jochen Kuhn schrieb am 07.08.2005:

danke für Eure Seite http://adsl-bergs.rz.rwth-aachen.de/~rabe/Gigaset/

hat mir beim Sinus 44 sehr geholfen!  :-)

[...]

P.s.: Noch besser als ein Schraubenzieher wirkt m. E. ein Spachtel (= schön breit und flach)

Am 12.10.2005 erreichte mich durch Clemens Kühner eine Anleitung von Florian Zanker aus Gauting zum Öffnen des Gigaset 3000 Comfort:

Habe übrigens von unten angefangen, die ersten kleine Nasengruppe (3 Nasen) liegt auf ca. 1,3cm, 2cm und 2,8cm von unten her gemessen, die zweite Gruppe (2 Nasen) befindet sich auf 7,4cm und 8,2 cm von unten her gemessen.

Durch Einstechen zweier Schraubenzieher zwischen Nase 1 und 2 sowie zwischen 2 und 3 und leichter Drehbewegung dieser schnappt das Gehäuse unten auf. danach durch ansetzen zwischen Nase 4 und 5 mit einer Drehbewegung des Schraubenziehers schnappt das Gehäuse bis zur Mitte hin auf.

Dies auf der anderen Seite wiederholen, um danach die beiden Gehäusehälften vorsichtig gegeneinander zu verdrehen, bis die oberen 2 großen Haltelaschen aufspringen.

Zuletzt die beiden Gehäuseteile in Längsrichtung zueinander verschieben, bis die Kopfarretierung sich aushakt, fertig bzw. geöffnet ohne sichtbare Folgen.

Michael Keukert schrieb am 30.12.2005:
Hab' sogar die Ohrmuschel repariert bekommen: sowohl der Magnet als auch die Schwingspule waren losgerüttelt. Ein beherztes Abtrennen der Membran und anschließendes Kleben aller Teile (inkl. der Membran) haben den gewünschten Erfolg gehabt


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Letzte Änderung: Sonntag, 23. Apr. 2006, 11:58